2. Dezember 2020

Apple stellt M1 SoC und drei neue Macs vor

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Erste Apple Silicon Macs wurden vorgestellt

Apple hat am Dienstagabend die ersten Macs auf ARM-Basis vorgestellt. Darunter ein MacBook Air, ein neues MacBook Pro und ein Mac mini. 

Bei uns bekommt ihr einen Überblick.

Apple Silicon

Auf Apples hauseigener Entwicklerkonferenz hat der Konzern bereits im Sommer angekündigt, zukünftig auf eigene Prozessorlösungen setzen zu wollen. Auch wurde hier gesagt, dass noch bis Ende des Jahres die ersten Macs mit Apple Silicon auf den Markt kommen sollen. Am Dienstagabend ist Apple diesem Versprechen nachgekommen und hat eine Reihe neuer Macs vorgestellt, die bereits auf dem neuen ARM-Chipsatz basieren.

Auf dem dritten Apple Event innerhalb von drei Monaten hat Apple im ersten Schritt die neue Mobile CPU vorgestellt.

Die neue CPU von Apple hört auf den Namen M1. Dabei handelt es sich um einen SoC (System on a Chip), das heißt, neben der CPU und der GPU befinden sich in diesem Chipsatz auch noch der RAM, die Secure Enclave sowie weitere Bauteile, die bei einer klassischen Bauweise in eigenen Chips auf dem Mainboard vorhanden sind. 

Durch diese Bauart will Apple extrem effiziente, gleichzeitig aber extrem leistungsstarke Chips für seine Notebooks anbieten. Für das MacBook Air bedeutet dass beispielsweise, dass die CPU nun dreimal schneller sein soll als beim direkten Vorgänger, die GPU soll sogar bis zu sechsmal schneller sein.  Für die Leistung des alten MacBooks benötigt das neue entsprechend auch nur noch ein Drittel der Energie.

Diese Zahlen sind durchaus beeindruckend, besonders gut funktioniert das Ganze natürlich, wenn die Software auch nativ für den neuen Mac angepasst wurde. Entwickler haben nun die Möglichkeit, mit der Universal 2 Plattform Apps und Anwendungen für Intel- und ARM-Basis gleichzeitig zu kompilieren.

Für nicht angepasste Anwendungen, die für Intel programmiert wurden, bietet Apple mit Rosetta 2 eine Möglichkeit, die Anwendung trotzdem auf den neuen Apple-Chips als starten zu können. Laut Apple können gerade Spiele tatsächlich sogar von einer höheren Leistung profitieren, als auf den direkten Vorgängern. Das trotz der Simulation.

Beobachter erwarten, dass auch andere Hersteller in den nächsten Monaten Produkte auf ARM-Basis herausbringen werden, da insbesondere bei der Energieeffizienz mobiler Geräte Apple hier jetzt einen deutlichen Vorsprung hat. Auch Microsoft hat bereits ein Surface auf ARM-Basis vorgestellt.

Beeindruckend ist der M1-Chip insbesondere aufgrund seiner Architektur, mit ihm kommen insgesamt acht Rechenkerne in das MacBook Air und das MacBook Pro.  Dabei sind vier Kerne für extrem hohe Leistungen verantwortlich, vier weitere Kerne für extrem effiziente Anwendung.

Außerdem kommt erstmals eine neuronale Engine auch auf die Macs.  Anwendungen, die sich dieser zunutze machen, profitieren entsprechend von teilweise bis zu 17-facher Leistung.

MacBook Air on Apple Silicon

Neben der neuen CPU wurden auch Macs vorgestellt, darunter auch das neue MacBook Air. Das neue MacBook Air profitiert ganz besonders von der neuen CPU, da sich die Leistung verdreifacht, bei der Grafik sogar versechsfacht. Somit ist das neue MacBook Air für einige Anwendungen besser geeignet als sehr viel teurere und größere iMacs von vor ein paar Jahren.

Äußerlich hat sich beim MacBook Air auf den ersten Blick offensichtlich relativ wenig geändert, im Inneren ist natürlich jetzt alles neu. Dazu gehört auch, dass das MacBook Air nun keinen Lüfter mehr hat. Es ist der erste lüfterlose Mac seit dem MacBook von 2015 bis 2017.

Ob entsprechend ein Nachfolger des 12-Zoll-MacBooks noch zu erwarten ist, ist fraglich. Gerüchte hatten ursprünglich besagt, Apple würde diesen Standard beispielsweise wiederbeleben.

Die Akkulaufzeit soll bis zu 18 Stunden betragen, ein absoluter Rekordwert, insbesondere bei diesen Gerätemaßen.

Erhältlich ist es mit 8 Gigabyte, optional auch mit 16 Gigabyte Arbeitsspeicher. Standardmäßig ist die SSD 256GB groß, optional aber auch bis zu 2 TB. Es gibt weiterhin zwei Thunderbolt-3-Anschlüsse, die nun auch USB 4 unterstützen.  Das Display hat 13,3 Zoll (ca. 34 cm)  Diagonale und eine Auflösung von  2560 x 1600 Pixeln bei 227 ppi.  Es deckt den gesamten P3-Farbraum ab.

Was mit Sicherheit wieder für Spott sorgen wird: Die Webcam hat nach wie vor nur HD-Auflösung.

Auch war im Vorfeld spekuliert worden, Apple könnten nun Face ID für den Mac bringen, auch diese Neuerung blieb bei allen Modellen aus.

Ansonsten ist das neue MacBook Air natürlich wie alle weiteren Macs jetzt auf dem neuesten Stand, beispielsweise ist Wi-Fi 6 mit an Bord.

Apple zeigt mit dem neuen MacBook Air, was mit dem neuen M1-Chipsatz, dem ersten Chip der Apple Silicon-Familie, alles möglich ist. Die Leistung wird vervielfacht, die Laufzeit allerdings auch. Wie MAC OS auf den neuen Macs laufen wird, werden Test zeigen, wir sind hier sehr gespannt und berichten.

MacBook Pro 13″ Zoll

Auch ein neues MacBook Pro wurde vorgestellt, dieses befindet sich ebenfalls im Formfaktor wie der Vorgänger. Allerdings sollen hier im gleichen Zuge die Leistungsdaten ebenfalls verbessert worden sein. Auch hier redet Apple von dreifacher Rechenleistung und sechsfacher Grafikleistung.

Im Gegensatz zu MacBook Air, verfügt das MacBook Pro weiterhin über eine Lüftung. Die Laufzeit soll bis zu 20 Stunden betragen, ein absoluter Rekordwert.

Was uns hingegen nicht so gut gefällt, ist dass Apple das Display nicht erweitert hat. Gerüchte waren davon ausgegangen, dass das 13,3 Zoll große Display des MacBook Pros zukünftig in einer 14-Zoll-Variante, also mit dünneren Display-Rändern kommen wird. Diese Neuerung blieb allerdings auch aus.

Ausstattungstechnisch bietet Apple hier die gleichen Optionen wie beim MacBook Air an, also mindestens 256 GB SSD Speicher, maximal 2 TB. Weiterhin sind standardmäßig 8GB RAM verbaut, für ein MacBook Pro durchaus etwas wenig. Optional sind aber hier ebenfalls 16 GB möglich. 

Was allerdings auffällt: Apple belässt die High End 13 Zoll Intel Max nach wie vor im Store. Hier sind auch noch leistungsfähigere Konfigurationen möglich, unter anderem mit 32 GB RAM. Ob und wann Apple auch diese Macs ablöst, ist noch nicht klar.

Auch gibt es kein MacBook Pro mit ARM CPU, welche über vier Thunderbolt verfügt. Angeboten werden nur Macs mit zwei Anschlüssen. Vier bleiben weiter Intel Macs vorbehalten. 

Mac mini

Als dritten Mac hat Apple überraschenderweise einen Mac mini angekündigt, der jetzt ebenfalls über ARM verfügt. Dieser war vorher in den Gerüchten nicht bekannt. Auch hier findet man dieselbe CPU wie bei den beiden vorgestellten MacBooks, den M1-Chip. Auch hier sollen sich die Leistungsdaten wie bei den beiden mobilen Mac-Geräten deutlich verbessert haben. Interessant ist weiterhin, dass auch hier weiterhin ein Intel-Variante angeboten wird, der Intel Mac mini wurde speziell für Server- und Desktop-Aufgaben vorbereitet, auch hier stellt Apple also erst einmal die Customer-Version auf ARM um. Leistungsstärkere Ausstattungen bleiben wohl vorerst bei Intel.

Auch hier verfügt der neue Mac mini nur über zwei Thunderbolt-Anschlüsse. Das Anschließen eines Pro Display XDR soll möglich sein. 

Mac mini mit Apple Silicon
Quelle: Apple

Fazit

Apple hat drei neue Macs vorgestellt, die gleichzeitig für eine komplett neue Mac-Generation stehen. Mit Apple Silicon möchte der Konzern aus Cupertino den immer größer werdenden Markt an Macs noch weiter voranbringen. Dabei scheint man sich im ersten Schritt allerdings insbesondere auf die Consumer-Produkte für normale Nutzer zu beschränken. Leistungsstarke Ausstattungen sind weiterhin mit Intel-Prozessoren ausgestattet. Auch beispielsweise ein 15 bzw 16 Zoll MacBook Pro gab es noch nicht. Damit bleibt auch weiterhin die Frage offen, ob Apple-CPUs in Kombination mit dedizierten Grafiklösungen anbieten wird oder nicht. Erwartet wird dieser Schritt, allerdings hat es bisher noch keine Umsetzung in diese Richtung gegeben.

Auch weitere Produkte bleibt der Konzern weiter schuldig, so wurde im Vorfeld erwartet, dass möglicherweise ein neuer Apple TV vorgestellt werden könnte, ebenfalls war von den lange erwarteten AirTags die Rede, diese wurden nicht vorgestellt. Ebenfalls wurde spekuliert, ob Apple AirPods Studio rausbringen könnte, oder AirPods der dritten Generation. Auch hier kam nichts Neues.

Die große Überraschung des Abends: Der Mac mini wird 100 € günstiger, alle Macs sind ab sofort vorbestellbar und werden ab nächster Woche ausgeliefert. Mac OS Big Sure kommt am 12.11.2020.

Fynn Trenkner

B.Sc. Fynn Trenkner hat einen Bachelor in Informatik und ist unser Redaktionsleiter. Er beschäftigt sich mit Apple, Smart Home, Audiotechnik, Gaming und einigem mehr. Außerdem ist er das Seele und Gesicht von unserem YouTube Kanal.

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