Was kann eine billige Capture Card?

Was kann eine billige Capture Card?

Capture Card

Heute geht es um Capture Cards, in der Regel kosten diese weit über 100 €, im Internet findet man aber auch viele Angebote für HDMI Capture Cards, die nur um die 20 € kosten. Doch kann eine solche billige Capture Card eine teure ersetzen und was gibt es noch zu beachten? Wir haben es für euch herausgefunden.

Was ist eine Capture Card?

Bevor wir loslegen, schauen wir uns aber erstmal an, was eine Capture Card ist und wofür man sie gebrauchen kann. Eine Capture Card dient der Umwandlung eines Bildsignals in einen internen Stream eines PCs. Oder vereinfacht gesagt, mit einer Capture Card ist es möglich, beispielsweise das Bild einer Spielekonsole mit dem PC aufzunehmen. Das ist aber nicht das einzige Beispiel. Besonders oft werden Capture Cards von Web-Streamern benutzt, um beispielsweise das Bild einer DSLR/DSLM-Kamera nutzen zu können oder wie erwähnt, das Bild einer beliebigen Spielekonsole live über den Rechner ins Internet streamen zu können.

Es gibt verschiedene Ausführungen von Capture Cards, die meisten haben heute einen HDMI-Eingang, es gibt aber auch andere Ausstattungen. Eigentlich alle werden über USB mit dem eigenen Rechner verbunden, eine Ausnahme stellen Capture Cards dar, die fest in den Rechner eingebaut werden, diese werden dann per PCI-E angeschlossen.

Auch abhängig von der Ausstattung und dem geplanten Verwendungszweck ist, ob die Capture Card über einen Ausgang verfügt, über den das Eingangssignal ohne Veränderung ausgegeben wird. Praktisch kann dies zum Beispiel sein, wenn man das Bild nicht nur aufnehmen, sondern es sich gleichzeitig auf einem Bildschirm oder Fernseher ansehen möchte. Auch hier ist das Beispiel mit der Spielekonsole wieder relevant, denn diese kann ohne einen Passthrough zwar aufgenommen werden, aber dann auch nur am PC gesehen werden. Will man die Capture Card aber nur zwischen Konsole und TV hängen, benötigt diese eine Durchschleif-Funktion, auch Passthrough genannt.

Was unterscheidet Capture Cards?

Abgesehen von den Anschlüssen, gibt es aber noch einige andere Daten, bei denen sich Capture Cards unterscheiden. Der erste Punkt ist die Kompatibilität zum Eingangssignal. Soll heißen, welche Auflösungen und welche Hertz-Zahl die Karte unterstützt. Ein normaler PC-Monitor hat in der Regel 1920 x 1080 Pixel und 60 Hz, aber die Karte kann auch weniger oder mehr. Das hängt von der Ausstattung ab. Möchte man die Karte flexibel einsetzen können, sollte die Capture Card auch 4K unterstützen. Dies sind aber noch nicht die Angaben, die im Rechner, also nach der Capture Card, verfügbar sind.

Hierfür ist der Wert des Outputs, oder auch der Wert der Aufnahme relevant. Die Bezeichnungen können hier von Hersteller zu Hersteller etwas variieren. Der Aufnahmewert gibt an, mit welcher Auflösung die Capture Card das Bildsignal im Rechner zur Verfügung stellt. Dieser Wert kann sich gravierend von der Kompatibilität des Eingangssignals unterscheiden. So kann eine Karte beispielsweise zwar ein 4K Eingangssignal unterstützen und dieses auch beim Passthrough bereitstellen, dem Rechner gibt die Karte aber trotzdem nur 1080p aus. Außerdem kann sich auch hier die Hertz-Zahl unterscheiden.

Warum es ein Problem sein kann, wenn man vorhat, ein höheres Signal an die Karte zu liefern, als diese eigentlich aufnehmen kann, liegt auf der Hand. Das hochaufgelöste Eingangssignal wird noch von der Karte komprimiert, die Folge können unschöne Artefakte sein, die man auch nicht wieder entfernen kann. Grade bei Schriften usw. kann dies besonders negativ auffallen. Unsere Empfehlung lautet hier also, achtet auf die Aufnahmeauflösung und Hertz, diese sollten nicht unter der Auflösung liegen, die ihr der Karte am Eingangssignal liefert.

Einen letzten, aber trotzdem sehr wichtigen Punkt gibt es noch: Die Verzögerung bzw. das Delay. Eine Capture Card kann einige Augenblicke benötigen, bis das Bild umgewandelt wurde. Je nachdem, wie groß diese Verzögerung ist, kann diese sich negativ auf euren Einsatz auswirken. So kann der Ton versetzt zum Bild kommen, gerade dann, wenn ihr auf eine unabhängige Soundlösung setzt, wie ein Headset oder ein Mikrofon.

Welche Capture Cards gibt es?

Ein Hersteller, der sich gerade für Streamer besonders gut eignet und sich auch in den letzten Jahren dementsprechend positioniert hat, ist Elgato. Der Hersteller hat ein sehr breites Produktspektrum, für Gamer und andere Computeranwendungen besonders gut geeignet sind die Elgato Game Capture Karten. Hier werden verschiedene Ausstattungen angeboten. Der Preis reicht hier von 175 € bis knapp 400 € je Version und Ausstattung. Sehr beliebt ist außerdem die Einsteigervariante, der Elgato Cam Link 4K für um die 130 €, welcher sich besonders gut für das Anschließen einer Kamera eignet.

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Neben diesen doch recht teuren Lösungen gibt es aber auch noch Produkte, die oft ähnliche Leistungsdaten versprechen, die aber nur einen Bruchteil kosten. Genau so ein Produkt haben wir für euch getestet.

Aokeou HDMI Videoaufnahmekarte

Die Aokeou HDMI Videoaufnahmekarte ist für um die 20 € bei Amazon zu haben und steht stellvertretend für viele andere baugleiche Produkte. Laut Datenblatt soll die Karte 1080p bei 30 fps / Hz aufnehmen können. Die maximale Eingangsauflösung soll bei 3840 × 2160 @ 30Hz also 4K liegen.

Was direkt auffällt, im Gegensatz zu bekannten Unternehmen werden hier keine Software und keine Treiber mitgeliefert. Plug-and-play funktioniert unter macOS und Windows tatsächlich ohne Probleme, die Karte wird direkt als Webcam erkannt. Somit kann man sie ziemlich gut im System einsetzen, von Videoplayern wie VLC über Skype bis hin zu Streaming-Software wie OBS. Doch die fehlende Software stellt einen auch vor Herausforderungen, aus unserer Aokeou HDMI Captue Card bekommen wir kein Full-HD-Ausgangssignal, obwohl die Karte das eigentlich können sollte. Nur das HD-Signal wird aufgenommen. Full-HD kann am Eingang zwar anliegen, wird dann aber auf HD herunterskaliert, was, wie schon mal bei den Grundlagen erwähnt, kein gutes Ergebnis bedeutet.

Ein weiteres Problem hat diese billige Capture Card, die Verzögerung ist recht hoch, ca. 0,5 Sek, was sehr deutlich auffällt. Gleichzeitig ist aber auch die Verzögerung nicht immer exakt gleich, was einen softwarebasierten Ausgleich fast unmöglich macht.

Fazit

Wenn man auf Skype oder MS Teams mit einem coolen Look einer DSLR angeben möchte, kann eine billige Capture Card reichen, zum Aufnehmen vom PC-Monitor oder von Spielekonsolen war zumindest unserer Testmodell nicht zu gebrauchen, da entgegen der Angaben keine 1080p-Aufnahme möglich war. Hier sollte man doch lieber zu etwas teurerer Hardware greifen.

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