Heute Morgen dürften sich viele Mac-Nutzer wundern, die Logitech-Hardware für ihren täglichen Workflow nutzen: Beim Hochfahren des Rechners bleibt alles anders als gewohnt. Statt produktiv in den Tag zu starten, verweigern die gewohnten Werkzeuge den Dienst. Wie ihr wisst, sind wir hier bei FirstReview große Fans von durchdachter Hardware, aber was heute passiert ist, lässt uns sprachlos zurück. Wenn eine 130-Euro-Maus plötzlich ihre gesamte Intelligenz verliert, müssen wir uns ernsthaft fragen, ob wir uns zu sehr in die Abhängigkeit von instabiler Software begeben haben.
Der Zertifikats-GAU: Ein banaler Fehler mit fatalen Folgen
Es klingt fast wie ein schlechter Scherz aus der IT-Steinzeit, ist aber bittere Realität: Logitech hat schlichtweg versäumt, die notwendigen Sicherheitszertifikate für seine macOS-Software rechtzeitig zu erneuern. Wie heise online aktuell berichtet, führt dieser Patzer dazu, dass das Betriebssystem den Start von Logi Options+ und G HUB aus Sicherheitsgründen blockiert. Apple schützt eure Rechner vor Software, deren „Ausweis“ abgelaufen ist – und Logitech hat vergessen, diesen rechtzeitig zu verlängern.
Was für den Laien wie ein kleines Software-Update klingt, ist für Profis im Alltag eine Katastrophe. Ohne die aktive Software im Hintergrund erkennt macOS die Maus nur noch als Standard-Eingabegerät. Die Kommunikation zwischen der mechanisch brillanten Hardware und dem digitalen Gehirn ist komplett unterbrochen.
Wenn die Maus „dumm“ wird: Die totale Funktionseinschränkung
In unserem großen MX Master 4 Testbericht haben wir die Maus vor allem für ihre enorme Vielseitigkeit und die Zeitersparnis gelobt. Doch genau diese Vorteile sind nun dahin. Die ganze Bedienung ist massiv eingeschränkt, da die Hardware ohne die App-Anbindung ihre Spezialfunktionen verliert. Wir zeigen euch, was aktuell bei vielen von euch nicht mehr funktioniert:
- Schnellaktionen & Gesten: Der Daumenknopf, der sonst per Geste Mission Control öffnet oder flüssig zwischen Schreibtischen wechselt, ist komplett ohne Funktion.
- Tastenkombinationen: Eure mühsam angelegten Makros und Shortcuts für Photoshop, Excel oder Final Cut? Sie sind nicht mehr abrufbar, weil die Maus sie ohne Software-Übersetzung nicht senden kann.
- Das zweite Scrollrad: Das seitliche Rad für horizontales Scrollen oder Zoom reagiert in den meisten Programmen überhaupt nicht mehr.
- App-spezifische Profile: Die Maus vergisst, in welchem Programm ihr euch befindet, und verhält sich überall gleich generisch – der Produktivitätsvorteil ist bei null.
Das Ergebnis ist eine Bedienung, die sich anfühlt, als hättet ihr eine 10-Euro-Maus aus der Grabbelkiste angeschlossen.
Grundsatzfrage: Hardware an der kurzen Software-Leine
Dieser Vorfall wirft eine fundamentale Frage auf: Warum erlauben wir es Herstellern, uns so massiv an eine Software-Leine zu legen? Die MX Master 4 ist ein mechanisches Meisterwerk, doch ohne die Erlaubnis eines digitalen Zertifikats ist sie heute für viele Workflows wertlos. Wir kaufen heute keine „unabhängige“ Hardware mehr, sondern abonnieren quasi die Funktionsfähigkeit über die Cloud und Desktop-Apps.
Es ist ein Armutszeugnis für einen Weltmarktführer, dass ein so vorhersehbarer Prozess wie eine Zertifikatserneuerung einfach „vergessen“ wird. Es zeigt uns einmal mehr, dass wir beim Kauf von High-End-Peripherie nicht nur das physische Produkt kaufen, sondern auch auf die Kompetenz der Software-Abteilung angewiesen sind. Wenn diese patzt, wird aus dem Premium-Werkzeug teurer Elektroschrott.
Fazit: Luxus-Hardware ohne Gehirn
Die MX Master 4 bleibt – rein mechanisch – eine hervorragende Maus. Aber dieser Vorfall führt uns allen schmerzhaft vor Augen, wie fragil unsere modernen Workflows sind. Hardware ohne funktionierende Software ist im Jahr 2026 kaum mehr als ein Stück Plastik mit Sensoren. Logitech muss hier nicht nur technisch nachbessern, sondern auch erklären, wie so ein simpler Fehler bei einem Flaggschiff-Produkt passieren kann.
Was haltet ihr von diesem Vorfall? Hat Logitech bei euch nun endgültig verspielt, oder könnt ihr über solche Patzer hinwegsehen, solange die Ergonomie stimmt? Schreibt es uns in die Kommentare – wir sind gespannt auf eure Erfahrungen!
Update: Wenn ihr auch dieses Problem habt: Inzwischen hat Logitech einen Patcher für ein Update veröffentlicht: Logitech Help Portal
