Wer gerne selbst an seinem Auto schraubt, kennt das Problem: Eine Warnleuchte leuchtet auf und man möchte nicht extra einen Werkstatttermin vereinbaren, nur um das Auto auslesen zu lassen und dann eventuell festzustellen, dass der Fehler sich einfach löschen ließ. Deshalb kaufen sich mehr und mehr Privatpersonen eigene Diagnosegeräte. Das spart Zeit und nach einigen Einsätzen sicherlich auch Geld. Doch worauf kommt es an, welche Unterschiede gibt es und mit welchen Kosten muss man rechnen? In diesem Artikel beantworten wir sämtliche Fragen und stellen ein Modell genauer vor.
Diagnosegeräte für den Privatgebrauch
Zuallererst muss man sagen: Ein günstiges Diagnosegerät kommt nie an ein professionelles heran, wie es in Werkstätten genutzt wird. Diese haben aber auch den Nachteil, dass man jährlich eine Lizenz von oft über 1000€ kaufen muss. Das macht also nur Sinn, wenn man damit selbst auch Geld verdient. Doch auch günstigere Einstiegsmodelle können helfen, Fehler zu finden und erweitern die Möglichkeiten des Hobbyschraubers. Die günstigsten No-Name-Geräte beginnen bei etwa 20€. Sie verfügen über den standardmäßigen OBD-II-Stecker, der über ein Kabel an das kleine Gerät mit Display führt. Sie versprechen, Fehlercodes lesen und löschen zu können. Leider ist das in der Realität oft nicht der Fall. Fehlercodes werden oft nicht gefunden und können somit auch nicht gelöscht werden. Es empfiehlt sich, direkt ein Gerät ab circa 60€ zu kaufen. Diese sind häufig nur ein OBD-II-Stecker, der sich dann via WLAN oder Bluetooth mit dem Smartphone oder Tablet verbindet. So zum Beispiel „Carly“, doch dazu später mehr. Bei dieser Preisklasse ist aber stark darauf zu achten, welche Funktionen das Diagnosegerät besitzt. Manche können nur Fehler lesen und löschen, andere können sogar codieren. Doch auch diese Geräte sind fehleranfällig. So wird beispielsweise manchmal der gleiche Fehler bei einem Fahrzeugmodell gefunden, bei einem anderen jedoch nicht. Wer sich gut auskennt und möglichst jeden Gang zur Werkstatt vermeiden möchte, muss daher zu höherpreisigen Geräten greifen. Neben dem Auslesen der Fehlercodes und dem Codieren sollten Funktionen wie Einspritzdüsen-Zurückstellen, Kraftstoffpumpenprüfung, Lenkwinkelskalierung etc. gegeben sein. Die Kosten für solch ein Gerät liegen bei etwa 400 bis 900€.
Carly im Test
Eins der wohl bekanntesten Diagnosegeräten für den Heimgebrauch ist Carly. Ein einfacher OBD-II-Stecker, der sich via WLAN mit dem Smartphone oder Tablet verbindet. Dazu gibt es in den App-Stores verschiedene kostenlose Apps von Carly für den jeweiligen Fahrzeughersteller. Die Apps verfügen über folgende Funktionen: Diagnose, Codierung, Gebrauchtwagenprüfung, OBD. Interessant ist hier die Gebrauchtwagenprüfung, die gestohlene Fahrzeuge meldet oder manipulierte Kilometerstände aufdeckt. Die Diagnose funktioniert vergleichsweise zuverlässig, hier kommt es nur ab und an zu Fehlern. Doch jetzt zu den großen Nachteilen, die erst in den letzten Jahren eingeführt wurden: Wer sich ein Carly kauft, kann mit der kostenlosen App zwar sein Auto auslesen, sieht das Ergebnis aber nicht. Man muss es sich per E-Mail zusenden lassen und kann das auch nur zweimal im Monat machen. Wenn man dies getan hat, weiß man dann wiederum, welche Fehler in den Steuergeräten gespeichert sind, kann sie aber nicht löschen. Auch die Gebrauchtwagenprüfung und die Codierung sind in der kostenlosen App gesperrt. Kurz gesagt, die kostenlose App ist nutzlos. Das war vor einigen Jahren noch nicht der Fall. Wenn man jetzt Carly im vollen Umfang nutzen will, muss man sich die Vollversion für, je nach Fahrzeug, zwischen 30 und 60€ jährlich kaufen. Doch damit nicht genug, wer einen Mercedes und einen Volkswagen fährt, und beide diagnostizieren will, muss sich für beide Apps die Vollversion kaufen. Darauf wird beim Kauf nicht deutlich hingewiesen. Ist der erste Schock über die weiteren Kosten verdaut, lässt sich Carly aber sehr benutzerfreundlich verwenden. Die App ist verständlich und nutzt sowohl dem Anfänger als auch bereits erfahrenen Schraubern.
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