Assassin’s Creed – Valhalla | Brutal gut!

Assassin’s Creed – Valhalla | Brutal gut!

Ein kurzer inhaltlicher Einblick in das eiskalte Wikingerleben

+++ Achtung: Spoiler-Alarm! +++

Neben dem wundervollen Duft einer frischen PS4-Spielhülle, ist es immer wieder schön, die tadellose Disc zum Drehen zu bringen. Startet man dann nach dem Download das Game, kann das Spielerlebnis beginnen. Man wird direkt in eine Skyrim-ähnliche Welt geworfen. Als kleiner Eivor startet man inmitten eines Fests im Langhaus des Wikingerdorfs. Dort wird gesoffen, getanzt, einige liegen schon halbtot auf dem Boden herum, andere schlagen sich um ein Stück Fleisch. Also so weit alles ganz normal. Schnell wird einem klar, dass man als kleiner Knirps wichtiger ist, als man im ersten Zuge denkt. Eivors Vater ist ein enger und treuer Verbündeter des Anführers der Meute. Man selbst bekommt die Aufgabe, dem Anführer ein wertvolles Schmuckstück zu überbringen und ein paar nette Worte zu sagen. Und plötzlich, wer hätte es erwartet, Angreifer! Da man als kleiner Junge niemals aus Angst im Langhaus bleiben würde, rennt Eivor mitten ins Schlachtfeld, um seinem Volk beizustehen. Ende der Geschichte: Fast alle sind tot. Spaß beiseite. Ich saß nach dem Intro mit offenem Mund da und konnte nicht fassen, was für ein krasses Gemetzel vor meinen Augen stattfand.

Weiter geht’s: Eivor wird nach dem Fluchtversuch von einem Wolf attackiert, wovon er eine prächtige Narbe am Hals mitnimmt. Während der Attacke wird der Animus von zwei sich überlappenden DNA-Strängen gestört. Dies ist ziemlich cool gemacht, denn im Folgenden kann man sich entweder manuell entscheiden, ob man den weiblichen oder den männlichen DNA-Strang wählt, oder den Animus per Zufall entscheiden lässt. Mehr verrate ich jetzt mal nicht – reicht ja auch schon. An sich kann ich aber schon nach dem Anfang behaupten, dass es super spannend losgeht und man selbst herausfinden möchte, wie es weitergeht.

Sind Gameplay und Grafik genauso gut, wie das Storytelling?

Ich entschied mich für die weibliche Eivor. So richtig schön ist sie nicht, aber dafür das Wolfsmal, das irgendwie ziemlich bekannt ist. Schon allein durch diesen coolen Spitznamen fühlt man sich direkt wie die gefürchtetste Wikingerbraut im ganzen Norden. Kommt man jedoch in sein Dorf, hat man viele Möglichkeiten, die Zeit zu vertreiben. Am besten finde ich persönlich das Tattoostudio. Natürlich ganz hygienisch in einer Holzhütte, kann man sich mehrere Entwürfe stechen lassen. Am Ende sah Eivor dann doch ganz passabel aus.

In jedem bekannten PS4-Spiel gibt es irgendeinen komischen Freak in der Ecke, der mit dir ein ultrakompliziertes Spiel spielen möchte, bei dem sowieso der NPC gewinnt. Doch hier gibt es erstmals ein Spiel, das mir gefallen hat und nicht allzu viele Regeln aufweist. Generell sind überall in Dörfern verteilt Aktionen, die einen in die Gesellschaft integrieren. Mein Favorit: das Wett-Trinken aus dem Horn. Danach läuft man in etwa so herum, wie wenn man in Red Dead Redemption 2 im Saloon zu tief ins Glas geschaut hat.

Kämpfe, Schlachten und sonstige Morde gestalten sich ebenfalls ganz gut. Man macht leider nicht mehr allzu viele lockerflockige Tricks, wie es eben ein gewöhnlicher Assassine macht, doch verschiedene Fähigkeiten und Waffen gestalten das Abschlachten völlig ausreichend.

Kommen wir zur Grafik. Ein Punkt, auf den ich besonders achte. Ich bin ehrlich: die Grafik ist nicht der Burner. In Filmsequenzen ist es natürlich schärfer und viel detaillierter, doch schaut man sich die Natur, Tiere oder Gegenstände von der Nähe an, muss man schon viele Augen zudrücken. Und so viele Augen habe ich nicht. Daher muss ich leider sagen, dass Valhalla in Sachen Grafik eher durchgefallen ist. Vergleichsweise zu Assassin’s Creed-Vorgängern, mag es sich vielleicht etwas gesteigert haben, aber zu unserer Zeit erwartet man da doch größere Verbesserungsschritte. Auch Bugs und Glitches haben sich meiner Meinung nach zu viele eingeschlichen. Beispielsweise fliegen Vögel total abgehackt, und das, obwohl man einen Vogel als treuen Begleiter hat. Man sollte doch meinen, dass dann wenigstens die vielen Raben an den hohen Synchronisationspunkten geschmeidig durch die Lüfte gleiten und nicht ruckeln und aussehen, als hätten sie beim Wett-Trinken verloren. Wenn wir schon beim Thema des Raben sind, muss ich noch hinzufügen, dass ich auch von unserer Rabendame Synin etwas enttäuscht bin. Ich habe etliche Male versucht, mit dem Raben die Wachen einer Festung o. Ä. zu markieren, doch es gelingt mir einfach nicht. Starte ich mit Eivor allerdings die Fähigkeit, das Umfeld unter die Lupe zu nehmen, werden mir plötzlich alle Wachen in der Nähe angezeigt. Schön und gut, doch Assassin’s Creed war eben dafür bekannt, das Sperrgebiet erstmal mit dem Adler, hier Raben, abzuchecken.

Wie Eivor ganz langsam du selbst wird…

Die ewigen Dialoge zwischen den Herrschenden sind meist ziemlich ähnlich langweilig. Mühselig skippt man, wenn möglich, das Gequatsche weiter, bis man dann bemerkt, dass man nun gar nicht weiß, was man eigentlich machen soll. Das mag bei der ein oder anderen Stelle in Assassin’s Creed: Valhalla auch passieren, doch bei fast allen Gesprächen wirst man als Person mit integriert. Man muss also bewusste Entscheidungen treffen, um später dann zu erfahren, dass man sich doch lieber für die andere Option hätte entscheiden sollen. Also: Skippen ist nicht! Neben dem Entscheiden, kann man auch manchmal Antwortmöglichkeiten wählen, die mit der Sprachbegabung einhergehen. In manchen Dörfern oder Städten stehen Leute herum, die einen auffordern, ein Reimduell anzutreten. Hört sich an wie 1758, ist aber tatsächlich irgendwie ganz cool. Der NPC spricht einen Satz aus, auf den man reimen soll. Man kann zwischen drei Sätzen entscheiden (einer reimt sich gar nicht, der andere ein wenig und wieder ein anderer passt perfekt). Innerhalb der Sätze versucht man, den Gegner zu beleidigen, also vergleichbar mit einem Rap-Battle, nur eben etwas altmodischer. Je wortgewandter man ist, desto eher kann man in Dialogen das Sprachtalent nutzen, um Kompromisse oder eigene Vorteile herauszuschlagen. Super überdacht, wie ich finde!

Fazit: Ich ertappe mich im Spiel immer wieder, wie sich Eivor in Gesprächen zu einem selbst umwandelt. Manchmal habe ich das Gefühl, dass sich der NPC mit mir anlegt, bis ich wieder in die reale Welt schalte und merke, dass ich gar nicht inmitten einer Debatte stehe. Gut für mich, schlecht für Eivor. Denn diese gerät manchmal durch meine Entscheidungen in ziemlich hitzige Diskussionen, was allerdings den Flair ausmacht.

Mein Fazit zum kaltblütigen Wikingerspiel

Alles in allem ist das Spiel echt interessant. Zum einen lernt man die Wikingerkultur kennen, zum anderen, wie immer bei den Assassin’s Creed-Spielen, ein Stück Geschichte. Beispielsweise war mir neu, dass man früher Englaland sagte und die Ragnarssons ganz nette Kerle waren. Wie gesagt, es gibt einige Punkte, die hätten verbessern werden müssen. Daher kann ich bei Newcomern der Assassin’s Creed-Teile verstehen, wenn sie das Spiel nicht so klasse fänden wie ich. Doch die Machart von Zusammenhängen inner- und außerhalb der Story macht das Spielerlebnis flüssig. Das Entscheiden von Antworten und darauffolgenden Konsequenzen ist sowieso immer ein Must-Have in Spielen mit einer Open World, da man sich so noch freier fühlt. Abschließend lässt sich also sagen, dass ich das Spiel an jeden weiterempfehle, der gerne in eine andere Welt abtaucht und vor allem in eine neue Rolle schlüpfen möchte!

Hier geht’s zum Spiel

PlayStation 4

Keine Produkte gefunden.

Keine Produkte gefunden.

Keine Produkte gefunden.

PlayStation 5

Keine Produkte gefunden.

Keine Produkte gefunden.

Keine Produkte gefunden.

Xbox One und Xbox Series X

Keine Produkte gefunden.

Keine Produkte gefunden.

Keine Produkte gefunden.

Merch

Keine Produkte gefunden.

Keine Produkte gefunden.

Keine Produkte gefunden.

Keine Produkte gefunden.

Keine Produkte gefunden.

Keine Produkte gefunden.

Keine Produkte gefunden.

Hinterlasse einen Kommentar

Comments

No comments yet. Why don’t you start the discussion?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Ich stimme den Datenschutzbestimmungen zu.